Drachenparty- unser Drache bekommt einen Namen

Mit Feuerwasser die Geburtsstunde von „Nepomuk“ gefeiert

 

Im Garten der Albertus-Kita ist ein prächtiger Drache heimisch geworden / Einweihung mit Pfarrer Thomas Catta

Bensheim ist um eine Attraktion reicher: Ein Drache stattlichen Ausmaßes hat in der Stadt Einzug gehalten. Um genau zu sein: in der Kindertagesstätte St. Albertus an der Heidelberger Straße. Der sanfte Riese hat vom Kopf bis zum gezackten Schwanz eine Länge von mehr als sechs Metern. Am vergangenen Freitagabend fand die offizielle Vorstellung mit Namensgebung statt. Pfarrer Thomas Catta – die Albertus-Kita gehört zur Gemeinde St. Georg – ließ es sich nicht nehmen, „Nepomuk“ persönlich zu taufen. Mit  „Feuerwasser“, das der Seelsorger ganz bewusst für ein solch mystisches Wesen gewählt hatte. „Nepomuk“ – das ist der einhellige Wunsch der Kinder gewesen. Dort im Garten hat „Nepomuk“ seinen Platz gefunden, weithin sichtbar. Nicht nur am Freitag, als der faszinierende Drache bei Einbruch der Dunkelheit inmitten von Nebelschwaden aufsteigend seine Geburtsstunde erlebte – in ein geheimnisvoll-märchenhaftes Blau getaucht wie aus Tausendundeiner Nacht.

Kunstwerk, das seinesgleichen sucht

Ein wahres Kunstwerk ist „Nepomuk“, der seinesgleichen sucht, betonte Pfarrer Thomas Catta. Die Albertus-Kindertagesstätte könne zu Recht „stolz“ sein: „So einen Drachen hat nicht jeder“, wies der Stadtpfarrer auf die Einzigartigkeit hin. Der Drache der Albertus-Kita ist friedlich und regelrecht handzahm. Kein Wunder, dass die Kinder ihn ganz schnell in ihr Herz geschlossen haben. So wie die Eltern und Großeltern, die sich bei der offiziellen Vorstellung am Freitagabend bei – der Weihnachtszeit entsprechend – heißen Würstchen, Glühwein und musikalischer Umrahmung beeindruckt und begeistert zeigten. „Nepomuk“ zog alle in seinen Bann.

Monika Hess zeichnete noch einmal den Weg von der ersten Idee des außergewöhnlichen Projekts bis hin zur Umsetzung nach: Hunderte Stunden über Wochen hinweg neben dem regulären Kita-Alltag, Energie, Eigenleistung und ganz viel Herzblut wurden investiert. „Heute ist ein besonderer Tag für alle, die hier stehen“, betonte die Leiterin der Albertus-Kita. Jeder habe sein Scherflein zum Gelingen beigetragen – durch großzügige Spenden, Engagement in der Freizeit, Materialien und Werkstoffe wie Beton und Steine, handwerkliches Geschick und geldwertes Sponsoring. Diesen Einsatz bezeichnete Monika Hess als „sehr besonders und einmalig“. Dafür gelte es, Dank zu sagen.

Projekt im Schulterschluss

Das Außergewöhnliche an „Nepomuk“ ist, dass er komplett von Hand entstanden ist: In wochenlanger, bisweilen schweißtreibender Arbeit haben die Erzieherinnen und Eltern unter fachkundiger Anleitung und Begleitung eines Künstler-Ehepaares die Drachen-Skulptur gefertigt. Mit seinen weit ausgestreckten Klauen, hoch erhobenem Kopf und gütig dreinschauend scheint der neue Mitbewohner der Albertus-Kita sagen zu wollen: „Kommt alle her zu mir!“ Und in der Tat: Schon immer habe man sich im Außengelände „einen Ort zum Verweilen, einen Ort der Kommunikation und der Begegnung“ gewünscht. Doch es sollte nicht irgendeine Bank sein, sondern „eine, die zu , Albertus‘ passt, eine Bank mit Symbolik“, erläuterte Monika Hess. Und was drückt die Verbundenheit zur Gemeinde St. Georg besser aus als eben eine solche Drachenbank?

Nun ist „Nepomuk“ mit seinen riesig erscheinenden Pranken und seinem wohlproportionierten Körper, der sich sichtlich wohlfühlend im Garten räkelt, schon eine Schönheit an sich. Mit seinen unzähligen, farblich aufeinander abgestimmten Mosaiksteinen, die seiner Drachenhaut, teils in harmonisch zusammengefügter Ornamentik, noch einmal eine ganz besondere Zierde verleihen, ist „Nepomuk“ aber zu einem echten Unikat geworden – von unschätzbarem ideellen Wert.

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