Albertus-Kindertagesstätte ist nun offiziell ein Familienzentrum/ Gelebte Willkommenskultur

Ein Ritterschlag mit Nachhaltigkeit: Die Kindertagesstätte St. Albertus wurde im September mit dem Bistumssiegel der Diözese Mainz zertifiziert und ist damit zu einem Familienzentrum geworden. Dokumentiert ist dies mit dem offiziellen Emblem des Bistums, das am Dienstagvormittag gemeinsam von Monika Hess, Leiterin der Albertus-Kita, und Pfarrer Thomas Catta von St. Georg der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das Gütesiegel, das die Aufschrift „Katholisches Familienzentrum im Bistum Mainz“ trägt und drei farbenfrohe Kreise ziert, die Aufbruchstimmung signalisieren, ist ab sofort an der Einrichtung an der Heidelberger Straße weithin sichtbar.

Das Bistumssiegel ist Ansporn und Verpflichtung zugleich, die Familien in ihrer Gesamtheit noch intensiver in den Mittelpunkt zu rücken und auf deren Bedürfnisse und die sich stetig verändernden gesellschaftlichen Anforderungen einzugehen.

Aufwendiges Zertifizierungsverfahren

Dass das hehre Ziel gelebt und Tag für Tag von einem elfköpfigen Erzieherinnen-Team bewerkstelligt wird, wird der Albertus-Kindertagesstätte in dem jetzt vorgelegten Evulationsbericht bescheinigt. In diesem kommt auch der Träger, die Trägerbeauftragte, die Kindergarten-Leitung, Erzieherinnen und Eltern sowie Mitglieder der bestehenden Vernetzungsinitiative zu Wort. Von der ehrgeizigen Idee, Familienzentrum zu werden bis hin zur Umsetzung sind nahezu eineinhalb Jahre ins Land gezogen: Um das Bistumssiegel zu erhalten, ist ein umfangreicher Katalog an Kriterien und Standards zu erfüllen. Die Anforderungen mussten fristgerecht schriftlich dokumentiert werden. Bei einem Audit Anfang September war Clemens Frenzel, beim Bistum Mainz als Fachbereichsleiter für die Kindertagesstätten verantwortlich, zwei Tage lang in der Albertus-Kita zugegen. Es fand eine Begehung sämtlicher Räume und eine Vielzahl an Gesprächen und „Stichproben“ statt. Auch wurde das Alltagsgeschehen von Clemens Frenzel eingehend in Augenschein genommen und begutachtet, etwa die tägliche „Kinderkonferenz“ , in der das Erlebte wiedergegeben wird und die Kinder dazu ermuntert werden, über das, was sie bewegt, zu erzählen. Die Ausrichtung nach dem offenen Konzept ermöglicht den Kindern ein hohes Maß an Eigeninitiative, Selbstbestimmung und einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander.

Grundlage des Audits ist eine Checkliste des so bezeichneten KTK-Qualitätsbriefs (Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder) mit klar definierten Qualitätsbereichen: „Kinder“, „Eltern“, „Kirchengemeinde“, „Glaube“, „Träger und Leitung“ und „Personal“ bilden die Schwerpunkte. „Vorbildlich“, betont, Frenzel, werden sämtliche Anforderungen in der Albertus-Kita umgesetzt. Besonders hebt der Auditor beispielsweise die „hohe Sensibilität“ für die Bedürfnisse der Kinder und das Erkennen ihrer Einzigartigkeit und individuellen Persönlichkeit hervor. Beeindruckt zeigt sich der Fachbereichsleiter aus Mainz auch über die Zusammenarbeit mit den Eltern: Diese fühlen ihr Kind bei „Albertus“, wie eine Gesprächsrunde vor Ort ergab, nicht nur „gut aufgehoben“, sondern lobten auch die „richtige Mischung zwischen Herzlich- und Verlässlichkeit“ sowie die rasche und unkomplizierte Umsetzung von Anregungen und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten grundsätzlich. Alle Befragten, so Frenzel weiter, bestätigten der Albertus-Kita eine „spürbare Willkommenskultur“. Festmachen lässt sich dies unter anderem an einer längeren Verweildauer und gegenseitigem Austausch in der Kita, wenn die Eltern ihre Kinder bringen bzw. abholen. Auf Lebenssituationen der Familien wird durch die zugewandte Haltung eingegangen, bei Bedarf unbürokratische Unterstützung angeboten.

Kinderrat und Angebote für Familien

Für richtungsweisend in der Albertus-Kita hält der Auditor auch die jüngste Einrichtung eines „Kinderrats“, eben nicht nur das Vorhandensein eines Elternbeirats. Der intensive Dialog zwischen Kita, Familien und Kirchengemeinde wird in der „Projektgruppe Familie“ praktiziert, in der die verschiedensten Angebote, Begegnungen und Veranstaltungen ausgearbeitet werden. Aber nicht nur Erzieherinnen und Eltern ziehen an einem Strang, auch der enge Draht zur Pfarrei mit Ihren Haupt- und Ehrenamtlichen sowie der Gemeinde ist gelebte Partnerschaft: Religiöse, wiederkehrende Veranstaltungen wie St. Martin, Kommuniongruppe, der lebendige Adventskalender in der Vorweihnachtszeit, Einschulungsgottesdienste, die Mitwirkung am Adventsmarkt von St. Georg oder das Pfarrfest werden gemeinsam geplant und durchgeführt. Flagge zeigt die Albertus-Kita aber nicht nur im pastoralen Bereich, sondern auch in der Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern des Sozialraums. So gibt es bereits seit langer Zeit eine so genannte Vernetzungsinitiative, dem neben der Albertus-Kita das Caritasheim und das Mehrgenerationenhaus angehören. Das ganze Jahr über werden mittels gemeinsamer Aktionen Synergieeffekte erzielt. Das Bistumssiegel ist nicht für die Ewigkeit: Alle drei Jahre wird es neu auf den Prüfstand gestellt. Eine jährliche Qualitätskonferenz ist mit der Zertifizierung verbunden. Auf den Lorbeeren ausruhen wird sich die Albertus-Kita nicht. Im Gegenteil: Auf dem Weg hin zu einer noch größeren Familienorientierung und Öffnung werden neue Herausforderungen und Projekte angegangen werden und zu meistern sein. Exemplarisch nennt Kita-Leiterin Monika Hess eine neu gegründete Krabbelgruppe für Albertus-Familien mit Geschwisterkindern mit dem Ziel der Öffnung ins Einzugsgebiet, die sich einmal wöchentlich treffen wird. Noch in diesem Jahr soll das Bistumssiegel aber auch noch gemeinsam mit den Eltern gebührend und in besonderer Form gefeiert werden. Die Albertus-Kita hat in der Tat allen Grund dazu.